Meditation – Wozu?

Ich liebe es zu entspannen, den Kopf frei zu bekommen und mich ganz im hier und jetzt zu fühlen.

Ehrlich gesagt, war ich auch deswegen überrascht, als ich neulich gefragt wurde wozu Meditation eigentlich gut sei und warum man es lernen sollte. Ich praktiziere vermutlich schon zu lange und so kam mir die Frage vor, als ob mich jemand fragt, wozu laufen gut sei und warum man es lernen sollte – Ganz schön überraschend…. 😉

Angeregt durch die Frage, habe ich mich nun länger mit meiner Antwort beschäftigt. Natürlich kann sie weder vollständig noch allgemeingültig sein. Ähnlich wie die Frage „wozu man laufen lernt?“ gibt es viele Aspekte und zudem subjektive Vorteile und Gründe. Einen meiner Gründe habe ich ja nun Eingangs schon erwähnt =). Allerdings ist Meditation weitaus mehr und so würde ich Ihr nicht gerecht, wenn ichs dabei belassen würde…

Für mich ist Meditation im Laufe der Zeit so etwas, wie ein Universalwerkzeug fürs Bewusstsein geworden.

Das ist für mich eine ganz entscheidende Erkenntnis gewesen: Während man ganz bewusst im Hier und Jetzt SEIN kann, ohne aktiv darüber nachzudenken, kann man nicht aktiv über sich nachdenken und dabei bewusstlos sein.
Das Denken (als Kommunikation unseres Geistes mit uns) ist also ins Bewusstsein eingebettet und von ihm abhängig. Das gilt genauso für die Kommunikation unseres Körpers mit uns (also für unser Spüren), oder auch für unsere nach außen gerichteten Sinne. Ohne Bewusstsein gäbe es diese Dinge für uns überhaupt nicht…
Während der Verstand uns unterstützt, in dem er Dinge „Zerteilen, Differenzieren und so Lösungen zB für Problemstellungen finden kann“, wächst unser Bewusstsein permanent – und integriert ohne zu trennen idealerweise unsere Erfahrungen. (Es sei denn wir spalten Teile ab, oder schieben Manches aus unserem Bewusstsein raus…)

Schon von Klein auf bekommen wir viele Dinge beigebracht und so sind wir es gewohnt, dass uns Andere sagen, was wir denken, fühlen und wahrnehmen sollen. Sätze wie „Paß im Strassenverkehr auf“, „Indianer kennen keinen Schmerz“ oder „1+1 ist 2“ dürften viele von uns kennen.
Wollen wir nun SELBST Einfluß auf unser Denken, Fühlen und unsere Wahrnehmung haben, ist das Bewusstsein -und damit als Tool Meditation- absolut geeignet.
Hier in Kürze die für mich wichtigsten Punkte dabei. Jeder Einzelne davon kann ein Grund sein, um Meditation zu lernen:

Meditation (und Bewusstsein) als Werzeug für den Verstand:
1.) „Überprüfung“: Durch einfaches Beobachten der Gedanken ohne einzugreifen, kann man seinen Verstand kennen- und wahrnehmen lernen.
2.) „Willentliches bzw. bewusstes Denken“: Durch „lautes Denken zB einer Affirmation“, in meditativem Zustand, können wir lernen, dass unser Verstand uns nicht zwangsläufig beherrscht, sondern, dass wir ihn auch „beherrschen können“ )
3.) „Ausschalten des Denkens“: Für mich ist das die höchste Stufe der „Beherrschung“ des Verstandes: Wenn wir lernen Ihn ein- und ausschalten zu können – also nach Bedarf zu nutzen (und auch wahlweise zB „aufs Herz“ hören können)….

Meditation (und Bewusstsein) als Werkzeug für die „Gefühlswelt“:
1.) „Überprüfung“ Durch einfaches Beobachten unserer körperlichen Signale und Gefühle – ohne einzugreifen, können wir sie kennen und wahrnehmen lernen. Oft ist dies der Einstieg, um die eigenen Energiezustände und die Intelligenz des Körpers erfahren zu können.
2.) „Unterbrechung“ von Reiz und Reaktion. Oft sind auch Verhaltensmuster im Körper gespeichert und automatisiert. Durch das bewusste Unterbrechen von Abläufen (und einfach nichts tun) lernen wir, das wir unseren Gefühlen und inneren Abläufen nicht „ausgeliefert“ sind. Wir können sie einfach wahrnehmen, ohne sie zum Anlass irgendeiner Reaktion zu nehmen….
3.) „Entspannt sein“ mit dem was ist, Integration und willentliches Handeln. Indem wir lernen unsere Aufmerksamkeit innerhalb eines meditativen Zustands zu lenken und auf bestimmte Bereiche zu richten, erfahren wir, dass die Energie- und unsere Körperintelligenz folgt. So können wir lernen gezielt Themen- und Körperbereiche zu entspannen, harmonisieren und oder auszudrücken.

Meditation (und Bewusstsein) als Werkzeug für die Sinne bzw. unsere Wahrnehmung
1.) Bewusstes, einfach nur Wahrnehmen und Sensitivität. Wenn wir in Gedanken sind, merken wir oft nicht, wie sehr unsere Wahrnehmung darunter „leiden“ kann. Bewusst die Aufmerksamkeit nutzen, um quasi ganz die Sinne zu werden (Ganz bewusst, sehen, hören riechen, das hier und jetzt spüren etc…) öffnet uns wieder und lässt uns achtsamer und feinsinniger werden – auch für die Beobachtung oder das reine Betrachten des „Außens“.
2.) Wahrnehmen von „Allem“ -Innen und Außen, ohne „Wissensfilter und Schubladen“
Indem wir das, was wir wahrnehmen bewusst nicht fokussieren, „messen“, beurteilen und oder festhalten (uns damit identifizieren), können wir den Strom (Stream) unseres Bewusstseins und der Sinne kennenlernen, selbst durchlässiger werden und Veränderungen bewusst „geschehen“ lassen.
3.) Erhöhte Präsenz und schnellere Bewusstseinserweiterung
Statt in Annahmen über die Dinge zu verweilen, können wir einfach gewahr sein (Achtsam) und neben einer schnelleren Bewusstseinserweiterung, tiefere Erkenntnisse haben. So reifen wir „schneller“ und werden eher Weise – statt immer „intelligenter“, unsere Annahmen und alten Glaubenssätze zu verteidigen“.

Meditation (und Bewusstsein) als Werkzeug für die eigene Vitalität
1.) Präsenz, Aufmerksamkeit und Steuerung des eigenen Energieflusses
Indem wir unsere Präsenz/Aufmerksamkeit auf unseren Körper, unsere Organe & Energiezentren legen, lernen wir unsere Energien und ihre Flüsse besser kennen, sie zu integrieren und auch lenken zu können.
2.) Heilungsunterstützung.
Der Begriff Heilung kommt hier von „Ganz Werdung“ und hat nichts mit Diagnosen von Krankheiten und deren gezielter Behandlung zu tun!
Alles in unserer Welt benötigt unsere Energie und will sozusagen von uns integriert werden.
Nur Stille und Nichts benötigt keine Energie von uns und verschafft uns zudem den nötigen Raum, wenn es viel zu integrieren gibt 😉 Die Kombination aus Stille und gezielter Integration unserer Energien bzw. Wahrnehmungen führt in Richtung eines harmonischeren, entspannteren „Ganzseins“

Meditation und Bewusstein als Werkzeug für die Selbsterkenntnis
1.) Die Entwicklung und Wahrnehmung der Instanz des (eigenen) Beobachters
Durch Meditation kann man die Instanz des Beobachters kultivieren und diese auch in sich „wahrnehmen“. Bertachtet man „sich und die Welt“ dabei nicht regelbasiert mechanistisch, oder zwangsläufig voneinander getrennt, sondern eher energetisch und somit auch verbunden, könnte die Instanz des Beobachters dem Meßgerät im „Doppelspaltexperiment“ entsprechen:

Damit bekommen wir eine Idee davon, wie wir selbst (bzw. unser Bewusstsein) unsere Welt erschaffen und sich eine Sortierung und (Neu)Ordnung in unserem Leben ergeben kann.
Mittlerweile soll es nicht nur Zen-Meister geben die Fragen stellen wie:
Trittst Du in einen Raum, oder tritt der Raum in Dich?
(In Dein Bewusstsein? Trennst Du den Raum von Dir oder kreierst Du ihn? 😉 )

Siehe auch:
Meditation und Lesetipp zu Methoden
Unsere Angebote zum Thema Meditation

Ein Kommentar zu “Meditation – Wozu?

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