Ich lobe den Tanz, denn er befreit den Menschen von der Schwere der Dinge,
bindet den Vereinzelten zu Gemeinschaft.Ich lobe den Tanz, der alles fordert und fördert:
Gesundheit und klaren Geist und eine beschwingte Seele.Tanz ist Verwandlung des Raumes, der Zeit, des Menschen,
der dauernd in Gefahr ist zu zerfallen,
ganz Hirn, Wille oder Gefühl zu werden.Der Tanz dagegen fordert den ganzen Menschen, der in seiner Mitte verankert ist,
der nicht besessen ist von der Begehrlichkeit nach Menschen und Dingen
und von der Dämonie der Verlassenheit im eigenen Ich.Der Tanz fordert den befreiten, den schwingenden Menschen
im Gleichgewicht der Kräfte.
Ich lobe den Tanz.O Mensch, lerne tanzen,
Augustinus von Hippo (zugeschrieben)
sonst wissen die Engel im Himmel mit dir nichts anzufangen.

Grundlagen – Teil 2
Grundlagen und Differenzierung der Tanzpraxis
Im ersten Teil der Grundlagen des Tanzes unterschieden wir drei große Bereiche und stellten den Bereich des Tanzes als Mittel zur Selbsterfahrung und Bewusstseinsarbeit (zB in Pädagogik und Therapie) heraus.
Hin und wieder werde ich gefragt, ob das, was ich beim „Dancin with the light and the soul“ bzw. den Morningdances im Parimal mache, eine Form der Tanztherapie ist.
In der Tat gibt es natürlich große Überschneidungen bei der Tanzpädagogik und der Tanztherapie, insbesondere, wenn es um die Themen Selbsterfahrung & Bewusstseinsarbeit geht. Der grundlegende Unterschied in der Tanzpraxis ist für mich der, dass die Therapie möglichst gezielt Beschwerden, Krankheiten oä heilen bzw. lindern möchte. Dabei soll meist die allgemeine „Funktionsfähigkeit“, auch in der Gesellschaft, hergestellt oder sichergestellt werden. Der Tänzer in mir hat allerdings weder diesen Anspruch, noch dieses Ziel ;).
Mir kommt es mehr auf die positive Lebensgestaltung (Struktur) und auf die Erweiterung und Vertiefung des Erfahrungsraumes (Selbsterfahrung) an. Wesentlich ist für mich dabei einen geschützten Raum zu kreieren, in dem man sich (wieder) – als Einheit bzw als Ganzes – erfahren kann. Einen Raum also, in dem man sich ganz mit sich (Körper, Geist & Seele Einheit) und gleichzeitig mit dem, was einen umgibt (zB die Musik, den Klang) verbunden, wahrnehmen kann.
Natürlich gibt es viele Beschwerden, die sich aus einer ungünstigen Lebensgestaltung, Bewegungsmangel, einseitiger Belastungen oder Spaltungen (zwischen Körper, Geist & Seele) ergeben. Um deren Behandlung, geht es allerdings (trotz wirksamen Entgegenhandelns) nicht.
Aus dem Blickwinkel des „Groundings“ geht es eher darum, ganz bei sich, im Moment und bei dem „Was ist“ anzukommen. In Resonanz damit zu sein und die Resonanz auszudrücken oder die Resonanz sich ausdrücken zu lassen. Die Tanzpraxis ist hier ein weiterer Weg ins Erleben von sich selbst als „Ganzes“ (Einheit von Körper, Geist und Seele) und der „Ganzheitlichkeit“ bzw. in die Einheit mit dem Ganzen. Die heilsamen Erfahrungen werden so zum Nebenprodukt des gelebten Alltags.
Ganz im Sinne Hippos (das man Eins bzw. Ganz bleibt:)
Tanz ist Verwandlung des Raumes, der Zeit, des Menschen,
Augustinus von Hippo (zugeschrieben)
der dauernd in Gefahr ist zu zerfallen,
ganz Hirn, Wille oder Gefühl zu werden.
„inexhaustible Sources“ -Teil 2
einführung „Nada Brahma“ oder auch „Die Welt ist Klang“
Die Wissenschaft geht heute von einem „Urknall“ aus, durch den „Alles“ entstanden sein soll und auch in manchen spirituellen Traditionen hat man die zumindest ähnliche Auffassung, dass die Welt aus Klang (also Schwingungen) entstanden ist und besteht.
Klang beschreibt dabei sowohl den Klang eines einzelnen Bestandteils, als auch das Zusammenklingen mehrerer Bestandteile oder das Schwingen in einem „Klangraum“ und das damit in Resonanz sein (mitgeschwungen werden). Der Klang und das bewusste damit Schwingen ist aus dieser Sicht eine Möglichkeit sich mit einer Form der „inexhaustible Sources aviable to you by the cosmos itself“ zu verbinden.
Energie, Licht (Wellen), Essenz und Tanz. Kaum etwas beinhaltet ein Zusammenspiel dieser Begriffe so wunderbar, wie die Worte „Nada Brahma – Die Welt ist Klang“.
Nachhaltig gesund wäre man in diesem Bild, wenn der eigene Klang harmonisch im Klang des Ganzen existieren kann. Diese Sichtweise auf Gesundheit hat tatsächlich nichts mit Diagnosen und der gezielten Behandlung von Beschwerden zu tun, sondern mit der eigenen (harmonischen bzw kohärenten) Ganzheit und dem Bewusstsein von Ganzheitlichkeit bzw. Einheit mit dem Ganzen. Dabei geht es also eher darum „energetisch“ (wieder) „in Harmonie“ zu kommen. Harmonie bedeutet in diesem Zusammenhang, wenig Energie aufwänden zu müssen, um sich am Leben zu erhalten bzw für das Wohlergehen aufwänden zu müssen.
Die Wahrnehmungsfähigkeit dafür (zB Achtsamkeit / Mindfulness), das entsprechende Bewusstsein der eigenen Wahrnehmungen (Präsenz) und Intelligenz (hier so verstanden, das man das Wahrgenommene „auswerten“ und „Harmonie“ oder „Stimmigkeit“ feststellen kann) sind dabei natürlich wichtig.
Entsprechend geht es beim „Dancin with the light and the soul“ bzw. den Morningdances auch genau darum: Achtsamkeit, Bewusstsein und Intelligenz, die auch die Körperwahrnehmungen ganzheitlich mit einschließt. Vom Denken, zum Fühlen, zum Sein habe ich mal die Entwicklung innerhalb einer „Session“ (aber auch insgesamt, bei regelmäßiger Praxis) beschrieben. Es geht dabei also nicht um Tanzschritte, -techniken und bühnenreife Bewegungsabläufe, sondern um eine meditative Erfahrung und die Entwicklung des (Ganzkörper)Bewusstseins. Wissenschaftlich gesehen nehmen wir mit dem ganzen Körper wahr. Keinen Bezug zum Körper mehr zu haben, bedeutet einer eingeschränkten und verzerrten Wahrnehmung (vlt. sogar Ideologien) zu folgen. Im Tanz ganz ins hier und jetzt, den Moment zu kommen, mit allen Resonanzen und Bewegungen, während man sich gleichzeitig ganz mit sich selbst (Körper, Geist & Seele) verbindet ist hier der „Schlüssel“.
Als wir mit den Morningdances gestartet sind, geschah dies mit einer Weltreise, also mit den Klängen aus aller Welt. Mit „Tanz zu Akzeptanz“ oder auch „Tanz der (Herz)Kohärenz“ nannten wir das Format der Weltreise. Aus heutiger Sicht auch eine wunderbare Möglichkeit sich in die Welt und die Welt in sich zu integrieren bzw. die Verwobenheit des Klanges und das Beides (Welt & „ich“) INEINANDER existiert, zu erfahren.
Der Tanz ist eine der perfektesten Formen, um mit der unendlichen Intelligenz in Kontakt zu treten.
Paulo Coelho
Wenn Du den geschützten Raum und die Zeit im Tanz für Deine „Heilung“ oder Selbsttherapie nutzen magst, kannst Du das natürlich gern tun.
Hier kommst du zu Teil 3:
Energie-,Lichtarbeit / Essenzcoaching und Tanz – „Menschen & Weltbild“
Siehe auch den ersten Teil dieser Reihe: „Energie-,Lichtarbeit / Essenzcoaching und Tanz“
2 Kommentare zu „Energie-,Lichtarbeit / Essenzcoaching und Tanz – „Eins bleiben““